Kanadas Sprachenvielfalt im Fokus: Prof. Dr. Douglas Fleming hält Gastvortrag im Sprachenrat Saar

Am 30. Oktober 2023 veranstaltete der Sprachenrat Saar an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Hochschul-Institut (DFHI) einen Gastvortrag von Herrn Professor Dr. Douglas Fleming von der Universität Ottawa. Die englischsprachige Veranstaltung mit dem Titel „Bilingualism and Plurilingualism in Canada: Current Issues“ zog ein interessiertes und aufmerksames Publikum an, darunter Repräsentanten des Sprachenrats Saar wie auch seiner Mitgliedsinstitutionen sowie Dozenten und Studierende des DFHI.

V.l.n.r.: Dr. Christina Reissner (Universität des Saarlandes – Stellvertretende Vorsitzende des Sprachenrats Saar), Prof. Dr. Douglas Fleming (Universität Ottawa), Prof. Dr. Thomas Tinnefeld (Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes – Vorsitzender des Sprachenrats Saar, Wilfried Schmidt (Schatzmeister des Sprachenrats Saar)

Ziel der Veranstaltung war es, Licht auf die facettenreiche Natur der Zwei- und Mehrsprachigkeit im kanadischen Kontext zu werfen und zeitgenössische Themen und deren Auswirkungen zu erörtern. Professor Fleming, ein Experte auf diesem Gebiet, hielt einen fesselnden Vortrag, der das Publikum in seinen Bann zog.

Höhepunkte der Veranstaltung waren die folgenden:

Zweisprachigkeit in Kanada

Professor Fleming betonte den einzigartigen Status Kanadas als zweisprachiges Land mit Englisch und Französisch als Amtssprachen. Er diskutierte die Herausforderungen und Erfolge bei der Aufrechterhaltung einer zweisprachigen Gesellschaft.

Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt

Im Vortrag wurden die multikulturelle Natur Kanadas und der Beitrag verschiedener Einwanderergemeinschaften sowie der Ursprungsbevölkerung zur sprachlichen Vielfalt des Landes hervorgehoben. Der Vortragende gab Einblicke darin, auf welche Weise diese Vielfalt die Sprachpolitik und den gesellschaftlichen Zusammenhalt Kanadas beeinflusst.

Sprachpolitik

Die Teilnehmer wurden über kanadische Sprachpolitik informiert und darüber, wie diese zu der Sicherung sprachlicher Rechte und der Förderung der Zweisprachigkeit beiträgt. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle der kanadischen Sprachpolitik bei der Erhaltung und Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt des Landes. Diskutiert wurden auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie der Official Languages Act, der sicherstellt, dass Englisch und Französisch gleichermaßen in öffentlichen Angelegenheiten, der Bildung und in öffentlichen Dienstleistungen respektiert werden.

Herausforderungen der Immersionsprogramme zum Französischen

Professor Fleming sprach ebenfalls über die aktuellen Herausforderungen, die mit in den Kanada aufgelegten Immersionsprogrammen für die französische Sprache verbunden sind. Er präsentierte statistische Informationen zu den Ergebnissen dieser Programme und unterstrich, dass sie – obwohl ihr Hauptziel die Förderung der Zweisprachigkeit ist – immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert sind und durchaus Raum für Verbesserungen bieten.

Während seines Vortrags behandelte er nicht zuletzt die vielfältigen Herausforderungen, denen Kanada sich gegenüber sieht, um die Zweisprachigkeit zu wahren und weiter zu fördern. Er sprach über die sprachlichen Barrieren, die überwunden werden müssen, und die verschiedenen Strategien, diesen Hindernissen zu begegnen. Besonders betonte Professor Fleming, dass die Diskussion über Mehrsprachigkeit und Bildung in Kanada äußerst komplex und nuanciert ist.

In diesem Kontext hob er hervor, dass das Hauptziel der Zweisprachigkeit in Kanada nicht zwangsläufig darauf abzielt, vollständig zweisprachige Bürger hervorzubringen. Stattdessen betonte er die Bedeutung der Verwendung der französischen Sprache und Kultur – insbesondere in den Regionen außerhalb von Québec, in denen das Englische vorherrscht.

Es ist ebenfalls erwähnenswert, dass die Universität Ottawa – als die größte bilinguale englisch-französische Universität der Welt – in der Förderung der Zweisprachigkeit in Kanada eine herausragende Rolle spielt. Dies unterstreicht die einzigartige Position dieser Universität und ihr Engagement für den Bi- und Plurilingualismus.

Die Resonanz der Teilnehmer war durchweg positiv und spiegelte echtes Interesse am Thema wider. Die anschließende Fragerunde war von einem angeregten Gedankenaustausch geprägt.

Es ist offensichtlich, dass eine solche internationale Zusammenarbeit und solche, international ausgerichtete Vorträge eine wichtige Rolle bei der Horizonterweiterung und der Vertiefung des Verständnisses für sprachbezogene Themen im globalen Kontext spielen. In der Veranstaltung wurden die Bedeutung des interkulturellen Dialogs und die Relevanz der kanadischen Erfahrungen in den Bereichen Zweisprachigkeit und Mehrsprachigkeit betont. 

Zusammenfassend war der Gastvortrag von Professor Douglas Fleming ein großer Erfolg und bot wertvolle Einblicke in die komplexen Fragen rund um die Zwei- und Mehrsprachigkeit in Kanada. Insgesamt erwies die Veranstaltung sich somit als geeignete Plattform für den interkulturellen Dialog.