Sprachenrat Saar / Conseil linguistique de la Sarre / Language Council of Saarland
ein Zusammenschluss von Institutionen aus Kultur, Politik und Wirtschaft des Saarlandes

Saargemünd, 30. Mai 2026
Am 28. Mai 2026 fand im Rathaus von Sarreguemines die zweite Ausgabe des Eurometropole Forums statt. Die Veranstaltung, die an den erfolgreichen Auftakt im Dezember 2025 anknüpfte, versammelte zentrale Akteure der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der Sprachenrat Saar, vertreten durch seinen Vorsitzenden Prof. Dr. Thomas Tinnefeld, folgte der Einladung, um die essenzielle Rolle der Sprachenpolitik und der gelebten Mehrsprachigkeit für das Gelingen dieses europäischen Projekts zu unterstreichen.
Im Zentrum des Forums standen substanzielle inhaltliche Impulse zur zukünftigen Ausgestaltung der gemeinsamen Grenzregion. Marc Zingraff, Bürgermeister von Sarreguemines, und Uwe Conradt, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken, beleuchteten die grundlegenden Pfeiler einer starken und belastbaren Zusammenarbeit.
Ein zentrales Thema der Gespräche war die verkehrstechnische Anbindung der Großregion. So forderten die politischen Vertreter nachdrücklich die Anbindung an eine zweite Schnellzugverbindung Paris-Berlin. Der Sprachenrat Saar begrüßt solche Vorstöße zur Verbesserung der Infrastruktrur ausdrücklich, weist jedoch auf eine entscheidende Bedingung hin: Physische Mobilität erfordert zwingend auch kommunikative Mobilität. Während eine verbesserte Zugverbindung die Menschen der beteiligten Länder räumlich näher zusammenbringt, bildet die Mehrsprachigkeit das Fundament dafür, dass aus reiner Mobilität ein echter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Austausch entsteht.
Dass dieser Anspruch nicht nur theoretischer Natur ist, zeigte sich bereits in der organisatorischen Umsetzung des Forums. Auf institutioneller Ebene wurde der bilinguale Charakter der Region durch die konsequente Zweisprachigkeit der gesamten Veranstaltung sowie die Bereitstellung professioneller Simultan-Verdolmetschung wirkungsvoll unterstrichen. Für den Sprachenrat Saar ist dies ein vorbildliches Signal dafür, wie institutionelle Barrieren erfolgreich durch professionelle sprachliche Vermittlung abgebaut werden können.
Unter dem zentralen Leitgedanken des Forums – „Eurometropole sind wir nur gemeinsam“ – „L’EUROMÉTROPOLE: c’est nous – tous ensemble“ – wurde deutlich, dass eine derartige Dachmarke nur dann im Alltag verfängt, wenn sie von der Bevölkerung aktiv mit Leben gefüllt wird. Während auf administrativer Ebene die notwendigen Brücken gebaut werden, entsteht eine tragfähige gesellschaftliche Dynamik vor allem durch den direkten, persönlichen Austausch der Menschen vor Ort, der letztendlich nur durch ein direktes, gegenseitiges sprachliches Verständnis möglich wird. Daher ermutigt der Sprachenrat Saar die Bürgerinnen und Bürger der Grenzregion nachdrücklich dazu, die Sprache und Kultur des Nachbarn aktiv zu erlernen.
Um diesen interkulturellen Austausch über die formelle Ebene hinaus in der Gesellschaft zu verankern, regt der Sprachenrat die Schaffung konkreter und bürgernaher Begegnungsformate an. Die Ausrichtung eines gemeinsamen, länderübergreifenden „Sprachenfestes“ könnte hierfür künftig eine hervorragende Plattform bieten. Ein solches Format würde nicht nur die sprachliche Vielfalt der Großregion feiern, sondern auch das nachbarschaftliche Zusammenwachsen für alle Generationen unmittelbar erlebbar machen.
Aus Sicht des Sprachenrats Saar bestätigt die Auftaktveranstaltung, dass die Förderung von Mehrsprachigkeit und interkulturellen Kompetenzen eine tragende Säule für den Erfolg der Eurometropole Saarbrücken darstellt. Der Sprachenrat Saar steht bereit, den weiteren Prozess mit sprachpolitischer und wissenschaftlicher Expertise zu begleiten.
Der Sprachenrat Saar dankt den Initiatoren Marc Zingraff und Uwe Conradt für die Einladung und die engagierte Fortführung dieses zukunftsweisenden Dialogs. Die Verstetigung der partnerschaftlichen Gespräche ist bereits fest im Terminkalender der Region verankert: Das nächste Eurometropole Forum findet am 21. Oktober 2026 statt.
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