Sicherheit entsteht durch Dialog: Der Sprachenrat Saar beim 3. Deutsch-Französischen Empfang in Saarbrücken

Saarbrücken, 20. Januar 2026 

Ein starkes Zeichen für die europäische Zusammenarbeit setzte am 19. Januar die Landeshauptstadt Saarbrücken. Der 3. Deutsch-Französische Empfang im Rathaus St. Johann stand ganz im Zeichen der Sicherheitspolitik – und der Erkenntnis, dass echte Stabilität nur auf der Basis gegenseitigen Verstehens wachsen kann.

Auf Einladung von Oberbürgermeister Uwe Conradt vertrat der Vorsitzende Prof. Dr. Thomas Tinnefeld den Sprachenrat Saar bei diesem hochkarätigen Treffen. Der Empfang diente nicht nur dem politischen Austausch, sondern unterstrich einmal mehr die Rolle der Region als zentraler Akteur im deutsch-französischen Gefüge.

Gelebte Verantwortung im „Herzen Europas“

Schon in seiner Eröffnungsrede formulierte Oberbürgermeister Conradt den Anspruch der Landeshauptstadt: Als Eurometropole und unmittelbarer Grenzraum tragt Saarbrücken eine besondere Verantwortung für den politischen Dialog. Dieser Anspruch spiegelte sich im gesamten Ablauf der Veranstaltung wider. Diese bot eine Plattform für den Schulterschluss zwischen kommunaler Ebene, Landesregierung und Bundespolitik sowie unseren französischen Nachbarn.

Ein wichtiges Signal der Einigkeit war dabei die Anwesenheit des Chefs der Staatskanzlei und Bevollmächtigten für Europaangelegenheiten David Lindemann. Seine Teilnahme machte deutlich: Die Frankreichstrategie des Saarlandes ist kein  „Papiertiger“, sondern wird durch die enge Abstimmung zwischen Stadt und Land mit Leben gefüllt – gerade auch in Fragen der Sicherheitspolitik.

Die Diskussion: Sicherheit braucht Sprache

Im Zentrum des Vormittags stand eine Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. habil. Claire Demesmay. Die Gäste – Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa, und Jérôme Spinoza, französischer Generalkonsul im Saarland – erörterten die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der europäischen Verteidigungspolitik.

Für den Sprachenrat Saar bestätigte dieser Austausch eine zentrale Überzeugung: Sicherheitspolitische Integration ist kein rein strategisches Projekt. Sie funktioniert nur dort, wo nicht zuletzt durch Sprachkompetenz eine vertrauensvolle Kommunikation möglich ist.

3. Deutsch-Französischer Empfang in Saarbrücken - Podiumsdiskussion. Bildnachweis: © Sprachenrat Saar

In den Wortbeiträgen kristallisierten sich u.a. die folgenden Aspekte heraus:

  • Vertrauen als Währung: Militärische und politische Sicherheit basiert auf einem tiefem Vertrauen zwischen den Partnern.

Sprache als Fundament: Dieses Vertrauen kann nur dann entstehen, wenn man die Sprache des Nachbarn nicht in übersetzter Form  rezipiert, sondern sie aktiv verwendet und zudem kulturell versteht.

Saarbrücken als Bildungs- und Wirtschaftsmotor

Der visuelle Rahmen der Veranstaltung griff die Doppelrolle der Stadt auf. Auf den aufgestellten Plakatwänden präsentierte sich die Eurometropole den Gästen zweisprachig als „Wirtschaftlicher Motor der Grenzregion“ sowie als „Deutsch-Französischer Wissenschafts- und Bildungsstandort“.

Diese Positionierung ist für uns von besonderer Bedeutung und eine direkte Bestätigung der Ziele der Frankreichstrategie. Sie legt die geistige Grundlage für die Menschen in unserer Region. Investitionen in Bildung und Mehrsprachigkeit sind direkte Investitionen in die Zukunftsfähigkeit und ebenso die Sicherheit des Saarlandes.

Ausblick: Ein symbolträchtiger Abschluss

Den feierlichen Abschluss des offiziellen Teils bildete ein gemeinsames Gruppenfoto der Anwesenden. Eine besondere Würdigung folgte im Anschluss: Oberbürgermeister Uwe Conradt lud die Ehrengäste dazu ein, sich in das Gästebuch der Landeshauptstadt einzutragen – ein symbolischer Akt, der die Verbundenheit an diesem Tag schriftlich dokumentierte.

Unser Vorsitzender nutzte diesen Rahmen für kurze, aber wertvolle Begegnungen mit Verantwortlichen aus der Politik und von verschiedenen Institutionen, um auch auf diese Weise die Sichtbarkeit des Sprachenrates zu erhöhen.

Die Veranstaltung hat eindrücklich gezeigt, dass die deutsch-französische Freundschaft von der stetigen Begegnung lebt. Der Sprachenrat Saar wird diesen Dialog im Jahr 2026 weiter aktiv begleiten.

3. Deutsch-Französischer Empfang in Saarbrücken. Bildnachweis: © Sprachenrat Saar
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