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Protokoll der Mitgliederversammlung des Sprachenrates Saar

                           (11.06.13 im Alten Rathaus) 

 

Punkte der Tagesordnung:

  1. Protokoll
  2. Bericht des Vorstandes 
  3. Aktivitäten 2013 (Auswertung der Rechercheergebnisse zum Migrantensprachenunterricht im Saarland und Planung einer Veranstaltung)  
  4. Sonstiges

 

Teilnehmer:

Julitte Ring (Gesamtverband Moderne Fremdsprachen)

Fanziska Ziegelmeyer (IHK)

Nicola Rödder (Deutsch-Französisches Gymnasium, Gesamtlandeselternvertretung)

Sarah Wölfle (Deutsch-Französische Hochschule)

Volker Schuler (DGB)

Albert Raasch (Ehrenvorsitzender des Sprachenrates Saar)

Justus Wilhelm (HWK, Schatzmeister des Sprachenrates Saar)

Heiner Zietz (VHS, 2. Vorsitzender des Sprachenrates Saar)

Norbert Gutenberg (UdS, 1. Vorsitzender des Sprachenrates Saar)

 

Protokoll führte Lea Abongi, Hilfskraft des Sprachenrates Saar

 

Zunächst wurde vom Vorstand berichtet, dass der Sprachenrat zwar zahlreiche neue Mitglieder hat, diese aber zum Teil bisher noch nicht an den Mitgliederversammlungen teilgenommen haben. Für die Diskussionen ist dies schade, denn gerade die Perspektive der Medien, wie dem Wochenspiegel und Radio Salü, könnte eine Bereicherung der Gespräche sein. Ein weiteres neues Mitglied, die Deutsch-Französische Hochschule, die dem Sprachenrat erst kürzlich beigetreten ist, wird zukünftig von Frau Wölfle vertreten und die Gesamtlandeselternvertretung wird nun von Frau Rödder repräsentiert, die auch stellvertretend für Herrn Bächle vom Deutsch-Französischen Gymnasium anwesend war.

Der Internationaler Kongress „Chancen durch Mehrsprachigkeit“ vom  Bildungsministerium initiiert, zu dem der Sprachenrat Saar dank des Engagements von Herrn Mohr erstmals eingeladen wurde, fand am 16. und 17. Mai 2013 statt. Herr Raasch merkte diesbezüglich an, dass der Sprachenrat hervorragend durch Herrn Gutenberg vertreten wurde. Frau Polzin-Haumann, welche die Universität des Saarlandes repräsentiert hat, wurde ebenfalls auf das Podium gebeten. Ansonsten war die Veranstaltung vor allem von praktischen  Berichten geprägt, und mit insgesamt 400 Teilnehmern gut besucht. Abschließend fügte Herr Raasch noch an, dass die Präsenz des Sprachenrates auf Veranstaltungen dieser Art sich erheblich verbessert hat, sie jedoch auch auf den französischen Teil der Grenzregion ausgeweitet werden müsse (z. B. das Festival in Thionville).

Im Anschluss an den Bericht des Vorstandes äußerte Frau Rödder die Befürchtung, dass durch die neue Regelung die 3. Fremdsprache nicht mehr abwählen zu können, sich die Abwahl des Französischen als 1. und 2. Fremdsprache an den Gymnasien erhöhen würde. Dies würde jedoch gegen die Bestrebungen, es in die Grundschulen stärker zu integrieren, gehen. Frau Ring erwähnte, dass sich erfahrungsgemäß die Mehrheit der Schüler, die Französisch als 1. Fremdsprache haben, dazu entschließt, es auch in der Oberstufe weiterführen. Herr Gutenberg schlug der Gesamtlandeselternvertretung eine Veranstaltung vor, auf der z. B. Anglisten die Gründe für die Sprachenfolge 1. FS Französisch- 2. FS Englisch erörtern könnten. Als Fazit der Diskussion zur Gewichtung der Sprachen an saarländischen Schulen konnte schließlich festgestellt werden, dass das Französische und die daraus folgende Frankreichkompetenz für die Ausbildungswelt ebenso relevant ist, wie das Englische für die akademische Berufswelt.

Herr Gutenberg konnte anschließend den erfolgreichen Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit Culture et Bilinguisme de Lorraine- Zweisprachig unsere Zukunft verkünden, durch welche eine Mitgliedschaft des Eurodistrikts angestrebt werden kann und somit mittelbar die Stadt Saarbrücken sowie der Regionalverband Mitglieder des Sprachenrates würden.

Im folgenden Verlauf der Versammlung wurde zunächst der Tatbestand diskutiert, einen Brief mit der Überschrift „Visuelle Außendarstellung der Europäischen Kommission“, der sich an den Präsidenten der Europäischen Kommission, Herrn Barroso, richtet und der von diversen Organisationen unterstützt wird, zu unterzeichnen. Nach genauerer Betrachtung der Inhalte und Bestrebungen des Briefs sowie der Unterstützerliste haben sich die Mitglieder schließlich darauf geeinigt, den Brief nicht zu unterschreiben, da er im Sinne der Interessen der einzelnen Mitgliedsländer zu kurz greift und sich eher auf das plakative Auftreten der Europäischen Kommission beschränkt.

In Bezug zur Mehrsprachigkeit des saarländischen Arbeitsmarktes betonte Herr Raasch anschließend noch die besondere Rolle, die dem Saarland im Bundesgebiet zukommt, da es seine Nähe zu Frankreich und somit auch zur französischen Sprache noch stärker hervorheben sollte. Nur so könnten saarländische und lothringische Arbeitgeber ihr Einzugsgebiet erweitern und dadurch die Attraktivität der Standorte erhöhen. Um dies umsetzen zu können, müssten die zuständigen Institutionen die Arbeitnehmer mit fachsprachlichen Schulungen und ähnlichem unterstützen, sodass eine Praxisorientierung entsteht. Herr Gutenberg regte diesbezüglich ein Treffen von Vertretern der Wirtschaft z. B. mit Frau Polzin-Haumann von der Universität an; Herr Wilhelm und Frau Ziegelmeyer wollen darüber nachdenken.

Abschließend wurde auf die bereits gesammelten Daten zum Herkunftssprachenunterricht im Saarland eingegangen. Die Mitgliederversammlung kam zu dem Schluss, dass sie aufgrund von dem zu disparatem Bild der Migrantensprachen in der Gesellschaft, dem unterschiedlichen Migrationshintergrund der einzelnen Sprachen (z. B. Türkisch und Italienisch) und sehr unterschiedlichen Unterrichtsformen noch nicht repräsentativ genug sind, um eine Veranstaltung anzustreben. Daher sollen in einem nächsten Schritt Briefe an Migrantenvereine verfasst werden.