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Protokoll der Mitgliederversammlung des Sprachenrates Saar  vom 06.11.12

 

 

 

 

Punkte der Tagesordnung:

 

  1. Protokoll

     

  2. Bericht des Vorstands

     

  3. Migrantensprachen als (evtl.) Projekt des Sprachenrates Saar

     

  4. Sonstiges

     

 

 

Teilnehmer:

 

Julitte Ring (Gesamtverband Moderne Fremdsprachen)

 

Heiner Zietz (Verband der VHS des Saarlandes, 2. Vorsitzender des Sprachenrates Saar)

 

Albert Raasch (Ehrenvorsitzender des Sprachenrates Saar)

 

Volker Schuler (DGB-West)

 

Volker Staudt (Schengen Lyzeum Perl)

 

Joachim Mohr (Ministerium für Bildung und Kultur)

 

Stephanie Vogel (Vereinigung der Saarländischen Unternehmensvertretungen)

 

Franziska Ziegelmeyer (IHK)

 

Norbert Gutenberg (Universität des Saarlandes, 1. Vorsitzender des Sprachenrates Saar)

 

 

 

Protokoll führte Lea Abongi, Hilfskraft des Sprachenrates Saar

 

 

 

Zu Beginn wurden Vertreter neu hinzugekommener Mitglieder begrüßt, Herr Staudt vom Schengen-Lyzeum und Frau Vogel, welche die Vertretung der VSU für Frau Raubenheimer übernommen hat, nahmen zum ersten Mal teil. Auch das Deutsch-Französische Gymnasium, vertreten durch Herrn Bächle ist nun Mitglied des Sprachenrates, wodurch die zweisprachigen sowie grenzübergreifenden Bildungseinrichtungen nun sehr gut vertreten sind. Außerdem erwähnte der 1. Vorsitzende des Sprachenrates Saar, Herr Gutenberg, dass mit dem Forum junger Handwerker, vertreten durch Herrn Plinius, ebenfalls ein neues Mitglied hinzugekommen ist.

 

Herr Gutenberg wies darauf hin, dass bereits einige Bemühungen erfolgt sind, die Medien und Kulturschaffenden in der Region zu einer Mitgliedschaft zu bewegen.

 

Des weiteren hat ein Gespräch mit Frau Granz von „Europ´-age“ stattgefunden und ein Antrag für ein Micro-Interreg-Projekt, initiiert vom Sprachenrat Saar in Kooperation mit Frau Macher, Ministerium für Bildung und Kultur (Abteilung für internationale Angelegenheiten, Eu-Angelegenheiten, grenzüberschreitende Projekte, Kulturportal), ist in Arbeit, sodass ein „deutsch-französisches Haus“ in der Spielstadt des Mini-Saarland-Projektes auf dem Saarbrücker Messegelände stattfinden kann.

 

Als Nachtrag zur letzten Mitgliederversammlung informierte der 1. Vorsitzende darüber, dass  der neue Bildungsminister das vorliegende Sprachenkonzept der alten Landesregierung Saarlandes nicht ändern wird.

 

Ebenso hat es ein Gespräch mit Frau Klos vom Ministerium für Finanzen und Europa (Abteilung Europa- interregionale Zusammenarbeit) gegeben, bei dem sie signalisiert hat, dass die augenblicklichen Ziele der Landesregierung mit denen des Sprachenrates (die „gelebte Mehrsprachigkeit“) konvergieren.

 

Herr Gutenberg berichtete vom Wettbewerb: „La jeunesse débat en classe de français“, der im Oktober diesen Jahres in der Staatskanzlei stattgefunden hat; angeregt von Frau Ring, unter der Schirmherrschaft von Frau Kramp-Karrenbauer, gefördert von der Hertie-Stiftung. Herr Gutenberg, der selbst den Vorstand der Jury innehatte, äußerte sich zu diesem gelungenen Wettbewerb, der an 4 Projektschulen vorbereitet wurde. Frau Ring erklärte anschließend die dortige Vorgehensweise, die eine gute, flüssige Debatte mit hohem sprachlichen Niveau von sehr mutigen Schülern hervorgebracht hatte. Herr Gutenberg: „Ein Beweis,  dass gelebte Mehrsprachigkeit funktionieren kann“. Auch der Ehrenvorsitzende, Herr Raasch, bestätigte diese Aussage und lobte vor allem die hervorragende Rede von Frau Ring, und dass dieser besondere Impuls, der dadurch in die Schulen gegangen ist, nun sogar in ein anderes Bundesland übertragen werden soll.

 

Weiter berichtete Herr Gutenberg von seiner Teilnahme an einem Panel der FaFa (Fédération des associations franco-allemandes) in Nancy.

 

Die neu berufene Kommission der Universität des Saarlandes zur Erstellung eines Sprachenkonzepts, die Frau Prof. Dr. Oster-Stierle leitet, hat sich kürzlich zum ersten Mal getroffen. Frau Prof. Dr. Oster-Stierle möchte nun alle Zahlen, die den Status der Sprachen in sämtlichen Fachbereichen der Universität des Saarlandes aufzeigen, zusammentragen. Die Kommission strebt auch Gespräche mit den Studiendekanen der UdS an und möchte vor allem die Sonderstellung der Nachbarsprache Französisch stärken.

 

Des weiteren muss eine Betrachtung des Deutschen als Wissenschaftssprache erfolgen, da viele deutsche Studenten des Deutschen nicht genügend mächtig sind. Ebenso verhält es sich mit dem Englischen als Wissenschaftssprache, welches von den Studenten oftmals nur ungenügend beherrscht wird. Es ist über Angebote nachzudenken, wie etwa: ˋDeutsch für Deutscheˊ und ˋEnglisch als Wissenschaftsspracheˊ, sodass das Beherrschen von Terminologien, Diskursen, u.v.m. auch tatsächlich als Schlüsselkompetenz fungieren kann. Die Kommission will auch die Migrantensprachen an der UdS, vor allem bei den Lehramtsstudiengängen, thematisieren.

 

Im Anschluss an diesen Punkt erwähnte Herr Gutenberg seinen Antrittsbesuch bei dem neuen französischen Generalkonsul, Frédéric Joureau.

 

Abschließend wurden der dritte Tagespunkt angesprochen: die Förderung der Migrantensprachen. Sie steht als Projekt des Sprachenrates noch in den Startlöchern und kann nur dann in Angriff genommen werden, wenn die geeigneten statistischen Erhebungen gegeben sind. Dazu ist der Stand des Migrantensprachenunterrichts im Saarland zu ermitteln. Der Lehrstuhl DaZ/DaF an der UdS beschäftigt sich bereits mit dem Status der Migrantensprachen und wäre für eine Kooperation geeignet.

 

Der erste Schritt ist allgemeiner Rechercheauftrag für alle Mitglieder, der die Erhebung der Daten zum Migrantensprachenunterricht im Saarland beinhaltet. Es müssen dazu, vor der Planung eines Kolloquiums oder Expertengesprächs, ähnliche Projekte aus anderen Bundesländern betrachtet werden und Gespräche mit Migrantenvereinen sowie das systematische Finden von Ressourcen erfolgen. Hauptziel ist, die Förderung der Ausgangssprachenkompetenz für eine Erweiterung der Zielsprachenkompetenz nutzen zu können.